AMERIKA WOCHE

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Titel: Anmerkungen für: Der Bahn-Abzocker der Nation! Verfasst am: Do Apr 23, 2009 7:48 pm |
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Der Bahn-Abzocker der Nation!
Liebe Leserinnen und Leser,
die Finanzkrise hält die Weltmärkte weiter in Alarmbereitschaft, die Menschen halten sich mit ihrer Kaufbereitschaft stark zurück, selbst die Planungen für das Weihnachtsfest laufen auf Sparflamme. Die Banken nehmen Milliardenkredite auf und die Unternehmen fragen sich, ob sie auch im nächsten Jahr noch existieren.
Aber es gibt Menschen, denen macht das alles überhaupt nichts aus. Ganz im Gegenteil, sie strahlen mit ihren feisten Gesichtern wie ein Mondkalb, sobald sie auch nur eine Kamera sehen. Zu diesen Menschen zählt ganz gewiss Hartmut Mehdorn, seines Zeichens Vorstandschef der Deutschen Bahn, eines Unternehmens, dass zu den meistkritisierten in Deutschland gehört.
Immer neue Preiserhöhungen, immer drastischere Einsparungen, schlechter Service und - obwohl als Hightech bejubelt - veraltete Technik, die gerade jetzt wieder Hunderttausende Reisende verzweifeln lässt; die möchte-gern-hoch-moderne ICE-Flotte der Bahn erweist sich als mit Mängeln behaftet und damit lebensgefährlich.
Das alles interessiert natürlich einen Menschen wie Hartmut Mehdorn nicht, denn er hat nur eines im Sinn, sein eigenes Schäflein ins Trockene zu bringen. Der 1942 in Warschau geborene Maschinenbauingenieur und als höchster Strippenzieher des maroden deutschen Bahnunternehmens tätige Hobby-Philatelist wurde übrigens 1999 von niemand geringerem als Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder auf diesen Posten gehievt - und Schröder war bekanntlich einer der ersten Nachkriegspolitiker, der sich einen Dreck um Anstand gekümmert und gleich nach seiner Abwahl einen sehr umstrittenen Posten in der russischen Wirtschaft angenommen hat - bei seinem Busenfreund Vladimir Putin.
Wohl nicht von ungefähr scheint Hartmut Mehdorn, seit 2004 auch Kommandeur der französischen Ehrenlegion, aus dem gleichen Holz geschnitzt zu sein. Was kümmern mich die Wirtschaft, was die Ängste der Nation wenn mein eigenes Portemonnaie gut gefüllt ist? Während die Bahnmitarbeiter nur minimalste reale Gehaltszuwächse verzeichnen, will Mehdorn sich im nächsten Jahr mit breitem Grinsen seine absolut fragwürdigen Verdienste mit ü̈ber 20 Prozent Gehaltszulage versilbern lassen. Damit würde sein Grundgehalt von 750.000 auf 900.000 Euro im Jahr steigern. Sollte es das Unternehmen 2009 tatsächlich an die Börse schaffen, würde er - quasi als Erfolgsprämie - zudem noch weit über eine halbe Million Euro einstreichen.
Und wofür? Für unpünktliche Züge, für desolate Technik, für mangelhaften Service und - auf Deutsch gesagt - großkotzige Allüren. Hartmut Mehdorn darf sich eines Titels sicher sein: Er ist der Bahn-Abzocker der Nation!
Alles Gute
Don R. Vigo
Editor-in-Chief
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