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AMERIKA WOCHE



Anmeldedatum: 11.07.2007
Beiträge: 16777198

BeitragTitel: Anmerkungen für: Bürger zahlen wieder die Zeche
Verfasst am: Mo März 30, 2009 3:31 am 
Antworten mit Zitat

Bürger zahlen wieder die Zeche



Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie sich schon einmal vorgestellt, im Lotto eine Million Dollar zu gewinnen? Was Sie sich alles damit leisten könnten, welche Träume Sie sich erfüllten könnten? Nur eine einzige läppische Million, das wär doch wirklich etwas. Im Vergleich zu den Werten, die tagtäglich an den Börsen dieser Welt, ob in New York, Frankfurt, Tokio oder wo auch immer unterwegs sind, wäre diese Million nichts, gar nichts.

Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen dieser einen Million, die Ihnen alle Sorgen nehmen könnte, und den Milliarden, die von den Spekulanten an den Finanzmärkten bewegt werden. Erraten? Richtig, Ihre Million wäre real, echtes Geld, das Sie anfassen können. Die Broker, die Geldmakler dieser Welt handeln hingegen mit Geld, das nicht wirklich existiert, das nur aus Bits und Bytes in den Computern besteht und eine reine Rechengröße ist.

Ihre Million existiert zwar auch nicht, wenn Sie sie nicht tatsächlich gerade gewonnen haben, was ich Ihnen von Herzen und ohne jeden Neid wünschen würde. Aber da kommt der zweite Unterschied ins Spiel. Versuchen Sie doch einmal, aus Ihrer fiktiven Million echtes Geld zu machen. Sie werden an dem Versuch verzweifeln, nichts zu machen.

Ganz anders bei dem nicht existenten Geld, das von den Profis durch die Datenkanäle geschickte wird. Denn das kann zu realem Geld werden - so wie im Fall der 300 Millionen Euro, die die KfW, die vielleicht dümmste Bank Deutschlands, wie sie jetzt genannt wird, an die Lehman-Bank überwiesen hat, obwohl deren Zusammenbruch bereits bekannt war. Diese 300 Millionen Euro werden nun zu realem, existierenden Geld. Spätestens dann, wenn die Steuerzahler in Deutschland - und damit auch wieder einmal die so genannten kleinen Leute - für diese Hirnrissigkeit in der umnebelten Führungsetage der KfW bluten müssen. Für diese 300 Millionen Euro, umgerechnet mehr als 420 Millionen Dollar, von denen wohl niemand ernsthaft erwartet, dass sie als Rücküberweisung oder per Storno wieder den Weg nach Deutschland zurück finden, muss jetzt der Bund gerade stehen.

Und wer bezahlt somit diese unglaubliche Dummheit? Natürlich die Gesamtheit der Steuerzahler, denn Finanzminister Per Steinbrück (SPD) kann den Schaden nicht aus eigener Tasche ersetzen, dafür verdient er im Vergleich zu den Finanzbossen einfach zu wenig.

Was für ein Fazit ziehen wir also? Ist das Geld nicht real, verdienen sich die Geldwäscher der Börsen eine goldene Nase. Verwandelt es sich aber in reales Geld, dann zahlen wieder einmal die Bürger die Zeche.

Alles Gute, Ihr
Don R. Vigo
Editor-in-Chief

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