US-Fusionspoker: Continental fliegt allein weiter - United auf Suche
Überraschende Wende im Fusionspoker der krisengeplagten US-Luftfahrtbranche: Die viertgrößte amerikanische Airline Continental hat sich gegen einen Zusammenschluss mit einem Rivalen entschieden. Stattdessen mehren sich nun Anzeichen für eine Fusion zwischen den Lufthansa-Partnern United Airlines und US Airways. Auslöser der fieberhaften Gespräche war die vor knapp zwei Wochen angekündigte Fusion von Delta und Northwest zur weltgrößten Fluggesellschaft nach Passagierzahlen.
Continental hatte laut früheren Berichten intensiv mit United verhandelt, der derzeitigen Nummer zwei in den USA. Die Risiken einer Fusion würden aber potenzielle Vorteile zur Zeit überwiegen, teilte Continental am Sonntag mit. United hatte erst vergangene Woche einen massiven Quartalsverlust von 537 Millionen Dollar vermeldet. Zwar flog auch Continental - wie alle traditionellen US-Gesellschaften - zum Jahresauftakt im Minus, aber im Vergleich lediglich mit 85 Millionen Dollar.
Die großen amerikanischen Fluggesellschaften leiden schwer unter rekordhohen Spritkosten, der US-Konjunkturkrise sowie Überkapazitäten. Bereits seit längerem redet praktisch jeder mit jedem. Auch über finanzielle Beteiligungen europäischer Wettbewerber wie der Lufthansa, Air France-KLM, oder British Airways wird immer wieder spekuliert. Die Europäer beobachten mit Argusaugen die Umwälzungen unter ihren US-Partnern, mit denen sie über internationale Bündnisse wie die Star Alliance der Deutschen Lufthansa kooperieren.
Auch der bisherige Branchenführer American Airlines soll Allianzen ausloten. Allerdings müsste die Gesellschaft bei jedem Bündnis mit sehr intensiven Prüfungen durch die Wettbewerbshüter rechnen. Alle fusionswilligen Anbieter streben mögliche Zusammenschlüsse noch vor dem US-Regierungswechsel im nächsten Jahr an, um die Genehmigung nicht zusätzlich zu verzögern oder zu erschweren.
12:33 28-04-2008
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