Greenpeace bezeichnet Obama als "Loser"
Paris (dpa) - Greenpeace hält US-Präsident Barack Obama beim
Klimaschutz für einen absoluten "Loser" (deutsch: Verlierer). Die
Umweltschutzorganisation stützt ihre Einschätzung auf eine Bewertung
von elf Staats- und Regierungschefs wenige Wochen vor dem
Weltklimagipfel in Kopenhagen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt
in der am Donnerstag in Paris veröffentlichten Studie nicht gut weg.
"Es ist lange Jahre her, dass Deutschland Vorreiter beim Umweltschutz war", urteilt Greenpeace. Merkel gebe sich damit zufrieden, das europäische Ziel der Treibhausgasreduzierung zu unterstützen, obwohl mehr notwendig wäre. Zudem tue sie nichts dafür, die 28 deutschen Kohlekraftwerk-Projekte zu stoppen. Die Staats- und Regierungschefs von China, Indien und Brasilien schneiden in der Untersuchung deutlich besser ab.
Die rote Laterne in der Rangliste für Barack Obama erklärt Greenpeace mit dessen bislang bekanntgewordenen Plänen. Der neue Staatschef der USA habe auf voller Linie enttäuscht. Die US-Gesetzesprojekte sähen keinerlei ambitionierte Ziele bei der Treibhausgasreduzierung vor, schreibt die Organisation. "Die Entwicklungsländer unternehmen deutlich stärkere Anstrengungen, um zu versuchen, diese Krise zu lösen", sagte Ailun Yang von Greenpeace China.
Zur Nummer eins der Rangliste machte Greenpeace symbolisch Apisai Ielemia vom Inselstaat Tuvalu im Pazifik. Dessen 12 000 Bewohner drohten bis 2050 Klimaflüchtlinge zu werden, wenn in Kopenhagen kein weitreichendes Abkommen zustande komme. Tuvalu sei besonders anfällig für den Meeresspiegelanstieg.
07:28 05-11-2009
|
|
Oder verschenken Sie ein Abonnement. Jetzt bestellen!




