Staatsoper feiert Richtfest im Schiller-Theater
Berlin (dpa) - Knapp 16 Jahre nach seiner Schließung kehrt die Kunst in
das Berliner Schiller Theater zurück. "Wir haben das Theater
wachgeküsst, ein schöner Traum geht in Erfüllung", sagte Regisseur
Jürgen Flimm als neuer Intendant der Staatsoper Unter den Linden am
Freitag zum Richtfest im Schiller Theater vor 400 Gästen. Mitte 2010
wird das Ensemble der Staatsoper für die Dauer ihrer dreijährigen
Renovierung in das Haus an der Bismarckstraße einziehen. Das Schiller
Theater wird zur Zeit für 23 Millionen Euro für den Opernbetrieb
umgebaut.
"Es ist eine späte Rache und Genugtuung, dass hier wieder die Kultur den Vorzug bekommt", sagte Flimm, der zusammen mit dem Regisseur Claus Peymann seinerzeit gegen die Schließung protestiert hatte. Das Schiller Theater wurde 1993 als Staatliche Schauspielbühne Berlins aufgegeben und wird seitdem für Gastspiele genutzt.
Für das dreijährige "Gastspiel" der Staatsoper wird nun ein zweigeschossiger Neubau mit Montagehalle und Probebühne gebaut. Pro Jahr sollen im Schiller 120 Opern - und 20 Ballettvorführungen gegeben werden, etwa so viele wie bisher in der Staatsoper.
Mit der Erweiterung des Orchestergrabens sollen 976 Zuschauer Platz im Schiller Theater haben. Die Staatsoper hat heute eine Kapazität für 1390 Zuschauer. Die schwarzen Wände des Saales sollen aufgehellt und die Akustik verbessert werden. Generalmusikdirektor Daniel Barenboim strebt außerdem einen längeren Nachhall der Musik an. "Die Reise aus dem Süden hat sich gelohnt", sagte Flimm, der für sein Berliner Engagement den Posten als Intendant der Salzburger Festspiele aufgegeben hatte.
Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) bekräftigte, dass Berlin an seiner finanziellen Zusage für die Staatsopern-Sanierung festhalte - "auch bei gelegentlicher Kritik". Allerdings trägt bei der veranschlagten Bausumme von 230 Millionen Euro der Bund den Löwenanteil.
08:33 13-11-2009
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